Jägermeister als oder im Schläckstängel – anstatt Kirsche
weil… Jägermeister ist sehr fein und gibt’s in erfrorenen Gläsern bei Roger (ich hoffe, man schreibt ihn auch wirklich so). Der schenkt auch “feines Becks Bier” aus und durfte sich deshalb einen Song wünschen.
.oO( hach… Becks… deutsches Bier…. Der Abend ist gerettet… komme, was will )
Bei allen drei Ideen war eine Dame aus Zürich beteiligt. Diese heisst Lesley und ist etwas kleiner als ich, hat braune Haare, scheinbar eine Vorliebe für Eulen, trank einige Jägermeister und singt… Und das ziemlich verdammt gut
Man versammle nun also ein paar gute Musiker, die sichtlich (gibt es auch “hörlich”? Auf jedenfall aber fühllich) Spass am Musizieren mit weitgehend stromlosen Instrumenten haben um Lesley und Mark (ich hab’ leider die Anekdote vergessen, wieso er nun genau als Halbchinese bezeichnet wurde), gebe ihnen Gitarren, Bassgitarre, Trommeln und Akkordeon, setze sie auf eine Minibühne in einer Minikneipe (in der Roger dann das gefrorene Becks und den Jägermeister in Biergläsern verkauft), schiebe ein interessiertes und gut draufenes Publikum dazu und fertig sind die perfekten Voraussetzungen für viel Spass am Abend, der sogar doofe Tage noch zu retten vermag (siehe vorletzten Beitrag). In dem Gedränge trifft man dann zum Beispiel auch Phil, dessen Nachnamen ich inzwischen vergessen habe, der aber sehr nett war, ein Bekannter von Atto ist, den man aber kennen muss und der irgendwas wichtiges ist.
Zum Auftakt wurde dem Publikum der Ablauf erklärt: Zuerst Eigenkrams, dann spielt ein Kanadier Eigenkrams, dann noch eine Kombo Eigenkrams und dann Wunschkonzert.
.oO( Hmm… Wunschkonzert? In mir kommen fürchterbare Vorahnungen und Erinnerungen an Schlagerradios und Volksmusiksendungen auf… )
So viel in geschätzten 1,5-2 Stunden unterzubringen erschien mir fragwürdig, es sei denn, die spielen alle recht schnell
Achja, ich zwang, mehr oder weniger, Atto und Daniel, mich dahin zu begleiten (oder in dem Fall, mir als chronischem Zuspätkommer, Keinenparkplatzfinder und Langeanreisehaber einen Platz freizuhalten), aber zu den beiden später noch mehr.
Jedenfalls klampfte die Kapelle auf der Bühne munter drauf los, getreu dem Motto des Abends “Tuesday night unplugged” folgend, und es war eine nette Beschallung für ausklingende Abende doofer Tage.
Nach solch einer ganzen Zeit kam dann der “special guest” an die Reihe… Ein Kanadier, der recht bluesige Sachen spielte, die von Atto wortgewaltig und unter Nichtauslassung auch des noch so kleinsten Details, mit Geschichten von 10cm dicken Holzspleissen, die nun an Haustüren fehlen, weil sie sich 30cm tief unter seinen Fingernagel rammten untermalt wurden. Naja, passte irgendwie
Jedenfalls habe ich nun auch den Namen von dem Herrn vergessen. Falls er mir wieder einfallen sollte, reiche ich ihn nach ![]()
Danach spielte, ebenfalls unplugged, die Gruppe “amtsbladt” auf, was insofern interessant war, da diese Kombo sonst elektronische Musik macht. Also gab’s lustige Texte in schweizer Mundart, erfrischend weit von den, zur Zeit modernen Neuen Schweizer Welle Stücken entfernt, unplugged und mit viel Spass [okay... Bei Liedern wie "L.A." musste ich auch kurz den Wortwitz überlegen (L.A. english ausgesprochen entspricht so in etwa dem Berndeutschen "alleine")]
Und ich muss dringend mal am Abbau von Vorurteilen gegenüber deutschen Touristen arbeiten ;). Diejenigen, die in einem Lied (dessen Titel ich vergessen habe) besungen wurden, gehören definitiv einer anderen (oder schon ausgestorbenen, bzw sich im Aussterben befindlichen) Generation an. Nachtrag: Das Lied heisst “Urlaub in der Schweiz”
Ich hatte inzwischen mein Becks aufgelutscht und stellte das Meisterglas zurück auf die gefrorene Jägertheke und die ursprüngliche Kapelle kam wieder an die Reihe, Atto und Daniel begannen zu schwächeln uuuuund….. gingen(!!!!), da um 22.30 ja eh nicht mehr so viel kommen könne. Kommen konnten dann, seitens der beiden, nur noch so Ausreden wie “Meine letzte Bahn…” oder “ich ersticke hier!”…
Tja….
Ich glaube…. zumindest einer ärgert sich nun darüber ![]()
Warum? Weil nun wurde es richtig interessant
. Das Wunschkonzert. Das lief so ab, dass das Publikum wünschte und die Bühnenbesatzer spielten. Dabei war’s wohl ziemlich gleich, ob die Stücke gespielt werden konnten oder nicht
Zwischendrin wünschten sich die Spielenden und Singenden dann auch mal ein paar Getränke oder eine Toilette ![]()
So hörte ich an dem Abend doch sehr interessante unplugged Versionen von Liedern, die ich ansonsten wohl nicht wirklich hören würde. Ich glaube, da war was von Eminem, Metallica, Bob Dylan, Johnny Cash, Nico Haaks “Schmidtchen Schleicher”, Paul Simon (fehlte nur Chevy Chase auf der Bühne), Wilson Pickett (Mustang Sally), einen, von dem, beim Jägermeister holen erfrorenen Roger gewünschten Alanis Morissette-Song (wow… anhand dessen, was ich bisher von Lesley hörte, hätte ich nie so eine Stimmgewalt vermutet… Respekt!) uvm ![]()
Krönender Abschluss waren sicher “The Final Countdown” (Klang noch interessanter als die Laibach-Version), die anstatt Sägezahnwellen Akkordeonklänge zu bieten hatte und manchmal zwei verschiedene Strophen zeitgleich gesunden wurden
, Take on me von A-ha und ganz besonders fett natürlich, da normalerweise gar nicht gespielt “Fat Chance” der Schweizer Rockkapelle Redwood (deren Sängerin zufällg auch Lesley und deren Gitarrist ebenso zufällig auch Mark heisst). Auch wenn es stark kribbelte, mal eine Unpluggedversion von Björks “Declare Independence” zu hören, hob ich mir diesen Wunsch für irgendwann mal auf, denn der erste Dienstagabend im Monat ist, mit sofortiger Wirkung, an die Hafenkneipe gebunden.
Abgesehen davon, dass eigentlich eigentlich ein doofes Wort ist, wollte ich mir eigentlich alle Titel merken, die an dem Abend gespielt wurden. Aber irgendwie…. Ich hätte mir eine “Liste im Kopf machen sollen, denn der Kopf vergisst nie” (Zitat Mark Lim). Wären Jägermeisterschläkstängel schon erfunden, hätte ich einen kaufen und mir auf dem Einwickelpapier entsprechende Notizen machen können, aber so…
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht erwartete, weit über 4 Stunden Konzert zu erleben, mit einer grandiosen Stimmung unter Publikum und Musikern. Sowas gibt’s leider nur noch ganz ganz selten und gerade Menschen, die, so wie ich, gute Musik als eine Art Medizin ansehen freuen sich riesig, sowas zu finden
Achja… die Haie aus dem Beitrag davor…
Die Hafenkneipe hat einen Hai mit gekreuzten Knochen als Stempel
Vielen Dank für den tollen Abend (Ich wurde am nächsten Tag darauf angesprochen, wieso ich so beängstigend gut gelaunt sei) an Lesley, Mark, Alex, okay… nun gehen mir die Namen aus…, den Trommler, den Akkordeonisten, amtsbladt und den unbekannten Kanadier
Und hier noch ein paar Links:
Hafenkneipe
Lesley
Mark
amtsbladt
(undhierschreibichdenkanadierhinwennmirwiedereinfälltwiederheisst)
So… nun… So Long, and Thanks for All the Fish!
Ich fühle immer noch die Nikotinvergiftung!
Rauch zieht doch nach oben….
[...] Prompte Antwort von Kneipenkapitän Roger (das ist der mit dem Alanis Morrisette Faible und dem gefrorenen Jägermeister): [...]